Permanent Breakfast

PRESSESPIEGEL (wird gerade aktualisiert)



cyberpress.sopron 8.Aug.02

Az augusztus 9 és 20 közötti Permanent Breakfast a magyar és osztrák határ két oldalán feltváltva zajlik


Permanent breakfast - Vasárnap: reggeli Sopron Fõ terén
Sopron Fõ terén vasárnap, 11-én 10 órakor terítenek reggelihez a Permanent Breakfast mozgalom tagjai, akik ezúttal a "határokon átnyúló" folymatos, közterek bereggelizését tûzték ki célul.


A permanent breakfast ötlete és megvalósítása Friedemann Derschmidt médiamûvész nevéhez fûzõdik, aki mûvészbarátaival együtt 1996 május 1. reggelén - annak rendje s módja szerint - elõször terített reggelihez a köztereken; a kezdeményezés továbbvivõi szerte a világban azóta is folyamatosan ezt teszik. Azóta a városról városra terjedõ mozgalom a szórakozás mellett "a köztér használatának közéleti jellegû kérdésére is rávilágít".
A Permanent Breakfast-nak szabályai is vannak:
a meghívottak - rendszerint négyen - vállalják, hogy másnap (vagy a lehetõ leghamarabb) maguk is reggelire hívnak újabb meghívottakat, akik a maguk részérõl ismét reggelire hívnak másokat, és így tovább...a reggelirõl,
természetesen a meghívó, maga gondoskodik. A mozgalom szervezõi szerint több száz, köztereken
együtt reggelizõrõl érkezett fényképekkel dokumentált hír Prágából, Berlinbõl,
Oslóból és Melbourne-bõl. A szervezõk beszámolnak a közös köztéri reggelik
által elért hatásokról is: a köztér érezhetõ változásokon megy kereszül,
a reggelizõk jelenlétükkel sajátosan kommunikálnak a környezettel, teret
vesznek, helyet igényelnek, a szó szoros értelmében helyet foglalnak; a
résztvevõk a közös és nyugodt légkörû, gondosan és a lehetõ legválasztékosabban,
egyértelmûen reggelihez megterített asztalhoz leülnek,
beszélnek, mesélnek, esznek, isznak - a tér, a környezet pedig ezáltal átalakul.
A játék pedig addig folytatódik, amíg valaki felveszi a fonalat. Az augusztus 9 és 20 közötti Permanent Breakfast
alkalmai a magyar és osztrák határ két oldalán feltváltva zajlanak: Eisenstadt,
Sopron, Oberwart, Ják, Szombathely, Güssing, Õriszentpéter, Zalaegerszeg,
Székesfehérvár, Budapest helyszíneken.
A soproniakat tehát augusztus 11-én vasárnap reggel a Fõ térre várják
a közös reggelihez a Permanent Breakfast szervezõi.

 

Mühlviertel extra Juni 2002
Foto

Schr”ges Kulturprojekt mit Hintersinnn

Straßen-Frühstück

Durchs Reden kommen bekanntlich die Leut´zusammen. Das weiß auch der Wiener Kunstverein "Permanent Breakfast". Und wo wird mehr geschwatzt als beim Frühstück? Grund genug, sich in form von schrägen Kultur-Events durch die Lande zu frühstücken. In Wien hat´s begonnen, nun wird, quasi im Reißverschlußsystem, einmal hüben, einmal drüben getafelt. Auf demFrühstückszettel stehen in erster Linie österreichische, ungarische, slowakische und tschechische Grenzstädte, am 6. Juni um 9 Uhr vormittagsist Freistadt an der Reihe. Getafelt wird auf dem Hauptplatz - Sinn des Ganzen: Kommunikation durch Begegnung zu fördern.

 

Die Furche Nr. 22/30. Mai 2002
zwei Fotos (Beitrag ganzseitig)

   
Eine Anstiftung zu Kreativität im öffentlichen RaumFrühstücks-Künstler

Bild: Das Essen macht die Menschen offen


 
Von Silke Ruprechtsberger
Wien, imMai: Vor dem Reiterdenkmal gegenüber der Nationalbibliothek ist ein langer Tisch aufgebaut. Fröhliches Geplauder bei Kaffee und Kuchen, Kinder spielen fangen, ein Dudelsack- und ein Drehleierspieler sorgen für die musikalische Untermalung. „Du, hast du Lust herzukommen? Das ist eine Kunstaktion, es gibt genug zu essen“, lockt ein Jugendlicher via Handy weitere Frühstücker an. Eine ältere Passantin wird eingeladen, schwankt zwischen Furcht und Neugierde, gesellt sich schließlich doch zur fröhlichen Schar. Am Denkmal unter der Inschrift „Kaiser Franz Josef dem Erzherzog Karl“ ist ein Schild angebracht: „permanent breakfast“ steht darauf.
„Die Idee enstand im Mai 1996, als wir in einer Spontanaktion einfach einen Tisch vor die Karlskirche stellten und mit Freunden eine Flasche Wein tranken“, erinnert sich Friedemann Derschmidt, der Initiator der Aktion, an die Anfänge seines immerwährenden Frühstücks. Weil damals das Feedback der Vorbeikommenden so enorm war, stiftete der Künstler seinen Bekanntenkreis bald gezielt zum Befrühstücken des öffentlichen Raumes an. Im Schneeballsystem (siehe Kasten) werden Gäste später zu Gastgebern, entstehen immer neue Konstellationen wildfremder Menschen, die einander am gemeinsamen Tisch auch emotional näher kommen.
Permanent Breakfast
Derschmidt: „Das Essen macht die Menschen offen, bietet den geeigneten Rahmen, um auch soziale Grenzen abzubauen, lässt Situationen entstehen, die man nicht planen kann.“ Wie etwa jenes berührende Gespräch eines Drogensüchtigen mit einer etwas verwirrten älteren Dame im Wiener Stadtpark vor einem Jahr …
Am Heldenplatz verbindet neben dem kollektiven Schmaus auch die Jagd nach Servietten und Plastiktellern, die sich bei starken Windböen regelmäßig selbständig machen. „Wirklich, da bekommen wir auch was?“, fragen zwei junge Frauen, einen kleinen Jungen an der Hand: „Das ist ja urlieb, ursuper ist das“, findet die Mutter des Lockenschopfs, reibt sich vor Freude die gepiercte Nase, und probiert den Kuchen, den die Dame neben ihr von Zuhause mitgebracht hat. Ungläubig liest sie das Flugblatt, das in mehreren Sprachen aufliegt. Einige Touristen zücken aus sicherer Distanz ihre Kameras und fotografieren das bunte Treiben.
Mittlerweile ist das „permanent breakfast“ schon auf fast alle Landeshauptstädte übergeschwappt. Öffentlich gefrühstückt wird auf Gehsteigen, in Parks und auf großen Plätzen genauso wie auf Bahnhöfen oder sogar in der U-Bahn.
Geben und Nehmen
„Ein Tisch in einer Parklücke transportiert natürlich eine andere Aussage als ein Tisch auf einer Grünfläche im Gemeindebau, die niemals benutzt wurde. Aber das permanent breakfast ist das Medium“, betont Derschmidt.
Der Künstler sieht die Aktion auch als eine Möglichkeit, sich aus den gängigen Regeln der Konsumgesellschaft auszuklinken: „Es geht darum, ein Geben und Nehmen in Gang zu setzen und Menschen zur Kreativität zu animieren“. Denn fix sei schließlich nur der Rahmen. Was der einzelne aus der Idee mache, bleibe ihm selbst überlassen. „In diesem Sinn werden die Gastgeber selbst zu Künstlern.“ Derschmidt erfährt von vielen Events nur durch Fotos, die er manchmal zugeschickt bekommt. „Wir wissen aber, dass sich die Idee bereits bis nach Oslo ausgebreitet hat.“ Die Zahl der bereits abgehaltenen Zusammenkünfte schätzt er auf mehrere Hundert.
Probleme mit der Polizei – nicht alle permanent breakfasts werden als Versammlungen auch angemeldet – habe es bislang kaum gegeben.
„Es geht mir darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass öffentlicher Raum für alle da ist. Gleichzeitig bedeuten die Frühstücks-Aktionen aber, sich der Öffentlichkeit mit allen Ecken und Kanten auszusetzen. Das kann natürlich nicht immer harmonisch abgehen“, weiß der öffentliche Frühstücker aus Erfahrung. „Wenn zum Beispiel plötzlich eine Gruppe angeheiterter Halbwüchsiger auftaucht und sich zum Tisch setzt, muss man schon aufpassen, dass die Situation nicht eskaliert.
Über die Grenzen
Im sechsten Jahr von „permanent breakfast“ rückt dessen Erfinder neben den gesellschaftlichen auch den örtlichen Grenzen zu Leibe: Zwischen 30. Mai und 11. Juni startet der Profi-Frühstücker mit einer Gruppe von Künstlern und Künstlerinnen seine erste Tour an der österreichischen Grenze. Befrühstückt wird immer abwechselnd – sozusagen im Reißverschlusssystem – ein tschechischer und am darauffolgenden Tag ein österreichischer Ort. Das ermöglicht den Teilnehmern, einander zu einem Besuch ins Nachbarland einladen. Nach Tschechien stehen in diesem Jahr Ungarn und die Slowakei auf dem Programm.
Nächstes Jahr sollen auch Slowenien und die ehemalige Grenze zwischen West- und Ostdeutschland (Derschmidt: „In den Köpfen existiert diese Linie nach wie vor“) einbezogen werden. Gespräche mit örtlichen Bürgermeistern seien bereits am Laufen.
International präsentiert sich auch die homepage des Projekts: Unter http://www.permanentbreakfast.org/ sind die Infos, darunter auch die genauen Spielregeln, bereits in zehn Sprachen  abrufbar. Auch zahlreiche Fotos sowie ein Kurzvideo zeugen dort von einer regen Tätigkeit der Frühstücker.


Das Projekt
Die Kunst, Frühstück zu stiften:
Eine Person lädt zum Frühstück im öffentlichen Raum ein. Als Gegenleistung verpflichten sich die Geladenen, am folgenden Tag (oder an einem der nächst möglichen), jeweils selbst ein weiteres öffentliches Frühstück abzuhalten, dessen Gäste wiederum ehebaldigst frühstücken und so fort. Die Frühstückenden dokumentieren ihre Erfahrungen (Texte, Fotos, Video …) und machen sie dann auf der Homepage öffentlich zugänglich(http://www.permanentbreakfast.org/).
Ein Gedankenexperiment: Besteht das „Impulsfrühstück“ aus fünf Personen – und wird diese Idee des permanent breakfast konsequent weitergetragen –, so frühstückt am 10. Tag bereits eine Schar von 1,6 Millionen Menschen.

Der Initiator
Friedemann Derschmidt wurde 1967 in Salzburg geboren und absolvierte an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien das Studium Irregulare „Kunst, Gesellschaft und Öffentlicher Raum“. Der Produzent zahlreicher künstlerischer Dokumentarfilme lädt seit 1996 regelmäßig zum „permanent breakfast“. Derscnmidt lebt und arbeitet in Wien.

 

Augustin NR. 57 / Juni 2000
Coverfoto + vier Fotos innen

Wem gehoert die Stadt?
Im Volkskundemuseum ist eben eine Ausstellung ueber das "nichts tun" angelaufen. Sie ist nach den verschiedenen Spielarten des Nichtstuns gegliedert: Spazieren, Promenieren, Flanieren, Herumfahren, "Drahn", Blaumachen, Pausieren, Warten, Entspannen, "Entschleunigen", Geniessen, Ruhen, Sinnieren und Muessiggehen (mehr darueber uebrigens im naechsten AUGUSTIN). Eine Erscheinungsweise des Nichtstuns ist noch zu jung, um in dieser Liste Platz zu finden: das oeffentliche Fruehstuecken.
Theoretisch muessten die oeffentlich Fruehstueckenden das Wiener Stadtbild bald mehr praegen wie es heute die zweihundertfuenfzig AUGUSTIN-VerkaeuferInnen tun. Theoretisch. Als Friedemann Derschmidt und seine Kuenstlergruppe vor vier Jahren das Projekt "Permanent Breakfast - Das immerwaehrende Fruehstueck" starteten, hatten sie das Kettenbrief-Prinzip im Kopf. Eine Person, so die Grundidee, laedt zum Fruehstueck. Die geladenen Personen verpflichten sich, am naechsten Tag oder zum fruehestmoeglichen Zeitpunkt jeweils ein weiteres oeffentliches Fruehstueck abzuhalten, dessen Gaeste wiederum ehebaldigst fruehstuecken. Und so fort. Derschmidt: "Bei einem Grundsetting von fuenf Personen und der angebrachten Beharrlichkeit kaeme man am zehnten Fruehstueckstag auf ca. 1,6 Millionen Fruehstueckende."
"Natuerlich nehmen wir dieses Schneeball-Prinzip nicht so tierisch ernst", fuegt er hinzu. Doch das ironische Spiel mit der Moeglichkeit der Kettenreaktion traegt dazu bei, dass oeffentliches Fruehstuecken mehr und mehr Kultstatus gewinnt. Schneeball hin, Kette her: Derschmidt staunt, wie sich die Idee dann doch herumsprach - "ich habe schon einen ganzen Sack voller Fotos". Die FruehstuecksaktivistInnen sind naemlich gebeten, ihr ungewohntes Tischleindeckdich im oeffentlichen Raum zu dokumentieren; Derschmidt sammelt diese Dokumente fuer eine grosse Ausstellung, die im Rahmen eines bilanzziehenden "Break Festes" gezeigt werden soll. Die Dunkelziffer ist, wie gehabt, im Dunklen: Manche Leute stellen einfach Tisch und Sesseln auf den Platz, ohne sich auf das kuenstlerische Konzept des "Permanent Breakfast" zu beziehen.
(Zw.T.) Je prominenter der Platz, desto unbehelligter die Fruehstueckenden
Der Kern der demonstrativen FruehstueckerInnen sind engagierte, aktive Leute: Fuer sie gibt´s einiges zu tun bei diesem "Nichtstun" (dass beim Nichtstun nichts ungetan bleibt, wusste schon Laotse). Kaffee trinkend Politik machen, das wollten sie von Anfang an: denn die Idee, einen Platz buchstaeblich zu besitzen und mit einem Anliegen zu besetzen, ist eine subversive Idee. Zunaechst gilt es, einen passenden Ort zu finden, wobei das einzige Kriterium seine oeffentliche Zugaenglichkeit waere. "Geradezu optimal finde ich den Platz vor der Karlskirche", schwaermt Derschmidt. Hier gefiel die gedoppelte Inszenierung: Die Fruehstueckenden inszenierten sich vor den Passanten, und die Skateboard-Kids inszenierten sich vor den Fruehstueckenden. Ausserdem: "Je prominenter der Platz und je praesenter die Fruehstuecksrunde auf ihm, desto unbehelligter sind die Fruehstueckenden: Kein Beobachter kann sich vorstellen, dass er eben etwas wahrnimmt, was nicht sein darf".
Wenn der Platz feststeht, stellt sich die Frage: Wer wird eingeladen? Im eigenen Saft schmoren kann Spass machen, aber spannender ist es oft, mit Fremden zu fruehstuecken. Es empfiehlt sich fuer die InitiatorInnen, auch leere Sesseln aufzustellen, um unverschreckte PassantInnen spontan einladen zu koennen. "Am besten gelingt das mitten auf dem Fussgaengersteg ueber den Wienfluss hinterm Stadtpark", weiss Derschmidt: Da muessen die FussgaengerInnen hautnah an den Fruehstueckenden vorbei. Wenn man so will, kann man ein oeffentliches Fruehstueck als Potlatch anlegen (indianisches Wort fuer ein Fest, bei dem die Einladenden ihre Gaeste demonstrativ ueppig beschenken). In diesem Fall koennten auch am Platz anwesende Clochards einbezogen werden: "Permanent Breakfast" als soziale Umverteilung im Kleinen.
(Zw,T.) Wer das Fruehstueck als "Veranstaltung" anmeldet, ist selber schuld
Und schliesslich sollte so ein oeffentliches Fruehstueck liebevoll vorbereitet werden. "Ein Fruehstueck ist ein Fruehstueck und kein Picknick", sagt der Erfinder von "Permanent Breakfast". Ein Fruehstueck braucht einen Tisch, der gedeckt sein muss. Spartanisch oder lukullisch - aber gedeckt. "Die aesthetische Inszenierung macht das Kraut fett", betont Derschmidt.
Bleibt noch die Arbeit des Dokumentierens: Fotografieren, filmen, eventuell literarisch protokollieren und das ganze Material an Friedemann Derschmidt schicken. Entfallen kann die Arbeit des Bedienens der Buerokratie. Spielregel Nr. 7 aus dem acht Punkte umfassenden Regulativ: "Fuer eine (grundsaetzlich nicht notwendige) Anmeldung des Fruehstuecks als Kundgebung traegt jede(r) individuell Sorge. Jede(r) ist fuer sein Fruehstueck selbst verantwortlich."
Wer das oeffentliche Fruehstueck als "Veranstaltung" anmeldet, ist selber schuld - wem gehoert schliesslich die Stadt? Dem Amt Sowieso etwa? Oder den Geschaeftsleuten? "Permanent Breakfast" reiht sich, als Aktionskunst, bewusst in die vielfaeltigen Bemuehungen der "Rueckeroberung" des oeffentlichen Raumes ein - und gesellt sich so zu den Donnerstag-Wandertagen gegen die blauschwarze Regierung, die inzwischen die neue (aber von der Verfassung ohnehin gedeckte) Norm des Nichtanmeldens von Kundgebungen verfestigt haben, ebenso wie zu den AUGUSTIN-Aktionen gegen die Vertreibung von "Randgruppen" aus dem oeffentlichen Raum. Auch die vom AUGUSTIN initiierte "Neue Wiener Schule des Pflastemalens" (Seite 3) hat diese "platzgreifende" Bedeutung: In Wien spueren die beamteten und kommerziellen Reglementierer des Lebens auf Plaetzen und Strassen Gegenwind.
Aus der nun vierjaehrigen Geschichte von "Permanent Breakfast" sind, so Derschmidt, kaum verjagte Fruehstuecke bekannt. Einmal unterbrach die Polizei ein oeffentliches Fruehstueck neben Hrdlickas "Strassenwaschenden Juden" am Albertina-Platz. Ein Hrdlicka-Schueler wollte das Fruehstueck zu einer Diskussion zum Thema des Denkmals nutzen, doch die Beamten missverstanden die Aktion.
Auch ein oeffentliches Fruehstueck in einer Wiener Parkluecke wurde von der Polizei untersagt. Obwohl die Fruehstueckenden einen Parkschein ausgefuellt hatten.
Robert Sommer
(Infos)
Initiationsfruehstuecke - also die Auftaktveranstaltungen zur heurigen Fruehstueckssaison von "Permanent Breakfast" - finden am Samstag, 17. Juni, 10 Uhr am Wiener Heldenplatz und am Samstag, 1. Juli, 10 Uhr in Graz statt.
Dokumentationsmaterial schicken an: Friedemann Derschmidt, Witthauergasse 40/2, 1180 Wien. Tel. 0699/ 2012 6035. E-Mail: friedemann@netway.at. Internet: www.friedemann.at/fruehstueck (Spielregeln zum Herunterladen!).
Grazer Kontakt: Tel. 0316/ 380 25 47 (Michael Wrentschur) oder 0316/ 380 74 80 (Wolfgang Rappel).
Aus den Spielregeln: "Die Eroeffnung unabhaengiger Fruehstuecksketten ist ausdruecklich erwuenscht"

Der Standard 5. Juni 2000 + Foto

Fruehstuecken gegen Schwarz-Blau / Statt Kettenbriefen setzt ein Kuenstler auf "Kettenessen" - Thomas Rottenberg

Wien - Wer drinnen sitzt, kriegt oft nicht mit, wie die Botschaft draussen ankommt. Wenn etwa das Schild "Geschlossene Gesellschaft" auf einem eingezaeunten Wiesenstueck steht, auf dem an acht Tischchen gefruehstueckt wird, versteht das (draussen) kaum jemand als doppelsinnigen Protest gegen die Regierung. Der Kuenstler Friedemann Derschmitt hatte am Samstag auf dem Heldenplatz zum "Permanent Breakfast" geladen. Die Kettenfruehstuecksidee ist sympathisch und seit 1996 erprobt: Jeder darf mitessen - und soll dann selbst einladen. Nach Anna Milchmaedchen fruehstueckt so in einer Woche ganz Wien gemeinsam. "Heuer demonstrieren wir gegen die drohende nationale und internationale Verinneroesterreicherung als ,geschlossene Gesellschaft'", postulierte Derschmitt heuer - und stellte Zaun und Schild auf. Mancher Mitfruehstuecker sah nur das Schild. Immerhin: dass Abschottung ganz einfach geht, war so trefflich demonstriert. Weitere Startversuche fuer das "Permanent Breakfast": 17. Juni: Wien, Heldenplatz. 1. Juli: Graz.

Welser Rundschau 20. Mai 1999:

Baeckergasse Fruehstueck.

Gefruehstueckt wird schon lange und an verschiedenen Orten. In Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg ist "permanent breakfast" ein wohlbekanntes Projekt. Nun findet es auch in Wels statt, genaugenommen in der Baeckergasse am Samstag, 22. Mai, 9 bis 13 Uhr. Ihr Kommen zugesagt haben die Galeriesten Peter Baum und Lienhard Dinkhauser, Starfotograf Abbe Libansky, Kulturreferent Martin Stieger u.a. "Weil manche Leute Schwellenangst haben, in eine Galerie zu gehen, begeben wir uns eben mitten ins staedtische Geschehen", erklaert Caslav Lav von der Galerie Warum. Zusammensetzen und einfach mal reden, das ist das Ansinnen des Initiators Friedemann Derschmidt.

Kleine Zeitung Sonntag 3. Mai 1998 + Foto:

Ganz Graz als ein Fuehstueckstisch - Haben Sie schon einmal mit Ihnen fremden Leuten gefruehstueckt? Jetzt haben Sie Gelegenheit dazu. - von Markus Gruber

Wenn Sie in den naechsten Tagen in der Herrengasse oder auf dem Hauptplatz ueber Fruehstueckstische stolpern sollten, dann wundern Sie sich nicht. Denn mit dem schoenen Wetter hat auch die Fruehstueckssaison wieder begonnen. Zum zweiten Mal findet in Graz naemlich die Aktion "permanent breakfast" statt. Dies bedeutet soviel wie "andauerndes Fruehstueck". Bei der Aktion, die von Friedemann Durschmidt erfunden wurde, geht es darum, ein Fruehstueck an einem oeffentlichen Platz auszurichten und mindestens vier Gaeste einzuladen. Das einzige, was diese Gaeste als Dank dafuer tun muessen, ist, selbst ein gleichartiges Fruehstueck auszurichten. So koennte, nach dem Schneeballprinzip, ganz Graz bald zu einem riesigen Fruehstueckstisch werden. Denn wenn am ersten Tag fuenf Personen fruehstuecken, muessen zum naechsten Tag bereits vier Leute einen Schmaus ausrichten. Wie viele Personen schmausen dann wohl am zehnten Tag? Den Sinn hinter der Aktion erklaert Friedemann Durschmidt so: "Verschiedene Leute können sich beim morgendlichen Imbiß kennenlernen und miteinander kommunizieren." Erfunden wurde "permanent breakfast" in Wien durch einen Zufall: "Ich war mit Freunden in Wien unterwegs, und wir wollten noch etwas essen. Und das wollten wir am Karlsplatz vor der Kirche tun. Da ein Freund von mir gleich in der Naehe in einem Lokal arbeitet, borgten wir uns von ihm einen Tisch und ein paar Sessel. Und als wir da so saßen, erlebten wir, wie der Platz zur Kulisse wurde und wie sich langsam eine Wechselbeziehung zwischen uns und den Passanten ergab", erzählt der freischaffende Kuenstler. Nach Graz kam der erste oeffentliche Fruehstueckstisch vor einem Jahr und stiess auf grosse Zustimmung. Auch prominente "Mitfruehstuecker" kann die Aktion bereits vorweisen. So speiste bereits Ex-Moderatorin Ursula Stenzel oeffentlich am Michaeler-Platz in Wien. Derschmidt schmunzelt: "Das Spiel dauert a, solange jemand die Initiative ergreift..."

Falter 19/98 + zwei Fotos:

Fruehstueck.

Der Mai das Fruehstueck und das Picknick gehoeren zu den groessten Segnungen der Zivilisation (gleich nach dem Penicillin). So ist es kein Wunder, dass die dritte Auflage von Friedemann Derschmidts Kettenbrieffruehstueck "Permanent Preakfast" am ersten Mai alljaehrlich zu den Hits des Warmzeitbeginns zaehlt: Fruehstueckstische an oeffentlichen Orten aufgestellt, Passanten eingeladen - und am naechsten Tag soll jeder Mitesser selbst veranstalten. Wundernette Idee - Nachahmung ausdruecklich empfohlen.

Der Standard 4./5. Mai 1996 + ein Foto:

Die Kunst, oeffentlich zu essen.

Wien - Offener Raum als Medium, Picknick als Kunstwerk, Kunstwerk als Kommunikations- mittel, durch welches der urspruengliche offene Raum eine Veraenderung erfaehrt: So einfach kann ein Fruehstueck im Freien sein. (...) Das oeffentliche Fruehstueck, das am Mittwoch am Schwarzenbergplatz begonnen wurde, funktioniert nach dem Schneeballsystem. Fünf Personen saßen am Tisch und aßen. Jede dieser Personen organisierte am darauffolgenden Tag ein eigenes Fruehstueck und lud weitere vier Personen zu sich an den Tisch. Alle diese sollten das fuer den naechsten Tag ebenfalls tun . Und nach einer von den "Kulturspektakel" aufgestellten "Milchmaedchenrechnung" koennten am 10.Mai insgesamt 1,6 Millionen Personen in Wien frühstücken. Mit dem alleinigen Zweck, eben zu fruehstuecken um die Veraenderung des Raumes zu erleben. Indem sie sich als Kommunikationsmittel selbst zu einem oeffentlichen Kunstwerk machen. (fei)